Wer Hexenverfolgung für ein mittelalterliches Phänomen hält, der irrt. Mindestens 100.000 Frauen und Kinder wurden seit 1960 in Afrika wegen Hexerei getötet. Hexen, so der afrikanische Glaube, sind Schuld an Krankheiten, persönlichem Unglück, Aids, Epidemien und ökonomischem Misserfolg. 
(ARD/BR)
Joana ist fast noch ein Kind, als ihr Martyrium beginnt. Gemeinsam mit ihren drei Geschwistern und den Eltern lebt sie in Benin-City, Nigeria. Die Familie gehört zur Mittelschicht des Landes, man ist wohlhabend und gebildet. Joana fühlt sich sicher - bis ihr Vater glaubt, dass sie Schuld an seinen schlecht laufenden Geschäften sei. Joana muss sich einem bizarren und bedrohlichen Ritual unterziehen um das Negative auszutreiben. Sie überlebt und kann fliehen. Mit 21 lernt Joana Toni kennen, einen jungen Nigerianer, der in Wien angeblich mit einem Reisebüro viel Geld verdient. Die beiden heiraten gemäß afrikanischer Tradition in Nigeria, aber wenig später verlangt auch er von Joana ein reinigendes Hexenritual. Während der okkulten Zeremonie, werden ihr immer wieder mit Drogen gemischte Getränke eingeflößt, die ihr Bewusstsein lähmen. In Wien angekommen stellt Joana fest, dass Toni kein Reisebüro betreibt, sondern afrikanische Mädchen auf den Strich schickt. Sie zeigt ihn an, verlässt ihn und beginnt ein neues Leben. Sie schreibt sich ihre Geschichte von der Seele. Heute kämpft sie in ihrem Verein EXIT für die Rechte afrikanischer Frauen in Europa und Afrika. 
Der Dokumentarfilm "Joana und die Mächte der Finsternis" von Andrea Morgenthaler erzählt die Geschichte der jungen Frau und begleitet sie in das okkulte Afrika, in dem heute Hexenwahn und Voodoo-Religion mit Elementen des christlichen Glaubens verschmelzen.
 



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